Seminar "Online lernen" Universität Rostock

E-Learning – Die WebQuest-Methode

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WebQuest & Web 2.0

Gehören Webquests zum Web 2.0?

Webquests sind eine Methode des computergestützten Lernens. Man findet mittlerweile eine Vielzahl solcher Angebote im Netz, die sich hinsichtlich der Nutzungsart des Internets in drei größere Gruppen unterteilen. Man spricht hier von WebInstruct, WebQuest und WebInquiryProjects. Die beiden erstgenannten Methoden stellen eine sehr gelenkte Umsetzung des E-Learnings dar und folgen so an sich nicht der Intention des E-Learnings 2.0. Neben dem Prinzip der Zentralität gibt es hier auch eine klare Rollenverteilung. Die Auswahl des Materials und dessen Einsatz an zum Teil festgelegten Stellen des Kurses trifft bei dieser Form des E-Learnings der Lehrende, was den Lernenden die Suche nach geeigneten Informationen erleichtert. Weiterhin grenzen sich Webquests durch ihre geschlossene Form ab. ?(Hauptsächlich geht es hierbei eher um informelles Lernen. Sie können nicht von außen im Sinne eines kooperativen Lernens verändert oder vernetzt werden.)? Für die Arbeit mit jüngeren und mit dem computergestützten Lernen noch unerfahrenen Lernern und Lehrenden bietet sich die Webquest-Methode zur Gewöhnung an den Umgang mit E-Learning – Angeboten dieser Art, zur Übung und zur Entwicklung von Fertigkeiten beim selbstgesteuerten Lernen sowie bei der Betreuung desselben sicherlich an und stellt eine Grundlage für den Ausbau eines E-Learnings 1.0 zum E-Learning 2.0 dar.
Trotzdem könnte auf dieser Basis bei Einbindung von Web 2.0 Technologien eine neue Qualität des E-Learnings 1.0 erreicht werden. Werkzeuge, die das E-Learning 2.0 unterstützen sind beispielsweise Wikis, Weblogs, Podcasts, etc. In unserem Beispiel http://www.medpaed.de/wrapper/webquest_internetsicherheit/index.html wird eins dieser Werkzeuge (ein selbst zu erstellender und einzustellender Podcast) in der Präsentationsphase eingebunden, was zeigt, dass die kontinuierliche Weiterentwicklung und der Ausbau dieser Lernmethode mit Web 2.0 – Technologien in Zukunft in Richtung E-Learning 2.0 weist.Wie oben schon beschrieben unterscheidet man in WebInstruct, WebQuest und WebInquiryProjects. Was ist darunter zu verstehen?Um dies verstehen zu können muss man die vier Ebenen der Inquiry (Herron, 1971) kennen. (engl. Inquiry=Erkundigung, Untersuchung)

  • Ebene 0: Bestätigung/ Verifizierung: Die Lernenden bestätigen ein Prinzip durch eine vorgeschrieben Aktivität, wobei das Resultat bereits zum voraus festgelegt ist.
  • Ebene 1: Strukturierte Inquiry: Die Lernenden erforschen eine von der Lehrperson präsentierte Fragestellung mittels einer vorgeschriebenen Prozedur.
  • Ebene 2: Geführte Inquiry: Die Lernenden erforschen eine von der Lehrperson präsentierte Fragestellung, indem sie selbständig ausgewählte und entworfene Prozeduren anwenden.
  • Ebene 3: Offene Inquiry: Die Lernenden erforschen inhaltsbezogene Fragestellungen, die von ihnen selbst formuliert sind, über selbständig ausgewählte und entworfene Prozeduren.     (vgl. Moser 2008)

WebInstruct – ist geführte Wissensvermittlung, bestehend aus Rahmenhandlung (Problemstellung); Informationsblöcken mit Quellen; Hinweisen zur Präsentation; Helpdesk (auch von Lernenden, die mit dem WebInstruct schon einemal gearbeitet haben) und einem Übungszentrum hierzu zählen auch vorbereitete differenzierte Arbeitsangebote – Beispiel: http://www.indianerwelt.de.ki/ 

Bei dieser Methode geht man von einer modellhaften Repräsentation des Lerngegenstandes aus. Die Aneignung des vorgegebenen Wissens erfolgt über eine genaue Instruktion über den Lernweg. Der Lernprozess ist durch expositorisches Lernen gekennzeichnet. Bewährtes Wissen wird zur Aneignung von Neuem genutzt und das neu Gelernte wird bewertet.

 WebQeust – ist strukturierte Wissensvermittlung. Hier steht die exemplarische Repräsentation des Lerngegenstandes im Vordergrund. Die Recherche wird durch den Lehrenden angeleitet, wobei die Zielstellung offen bleibt. Der Lernprozess ist durch exploratives Lernen gekennzeichnet. Das neu erworbene Wissen wird aus verschiedenen Perspektiven recherchiert. Bewertet wird hier die sachgerechte Anwendung der für den Lernprozess zur Verfügung stehenden Mittel.

WebInquiryProject – ist offene Wissensvermittlung, selbstgesteuertes Recherchieren steht hier im Vordergrund. Bei dieser Form steht die Repräsentation einer Situation im Vordergrund. Der Lernprozess wird selbstständig durch die Lernenden konstruiert. Durch die freie Recherche im Netz wird neues Wissen durch entdeckendes Lernen angeeignet und Zusammenhänge des Neuen erforscht. Bewertet wird am Ende die kreative Lösung. Diese Art eignet sich für Lernende an Gymnasien und im Hoch- und Fachschulbereich.

  • Hook: Den Lernenden wird ein thematischer Aufhänger und damit einen Grund gegeben, sich auf das Unterfangen einzulassen.
  • Questions: Die Lernenden stellen sich Fragen , durchleuchten und strukturieren das bereits jetzt  das Thema  .
  • Procedures: Die Lernenden erkennen, wie sie an das Thema herangehen möchten. Sie wählen die Vorgehensweise und einigen sich auf Quellen, die recherchiert werden sollen.
  • Data Investigation: Die Lernenden suchen im Internet  nach Antworten auf die von ihnen selbst gestellten Fragen und sammeln Fakten.
  • Analysis: Das gefundene Material wird nun von den Lernenden selbst sortiert, reflektiert, eventuell ergänzt und ausgewertet.
  • Findings: Über die gefundenen Lösungen sollen nun Antworten gegeben und argumentativ belegt, Begründungen formuliert und präsentiert werden.

(vgl. Moser 2008)

Webquest Web2.0? – e-Learning 2.0?

Durch den Einsatz von Webquest werden die Lernenden befähigt diverse Kommunikationsformen in der Gruppe sinnvoll einzusetzen.Zahlreiche Evaluationsstudien zeigen, dass die blosse Bereitstellung von Kommunikationswerkzeugen innerhalb des Lernraumes noch keinerlei Austausch oder Zusammenarbeit erzeugen (Uni Rostock, P.Arnold, 2008, S. 53). Genau hier setzt das Webquest – Konzept an. Die Lernenden werden angehalten in der Gruppe diverse, unterschiedliche Werkzeuge einzusetzen. Der Einsatz von E-Learning Tools wie e-mail als push Medium sowie Foren, Chats als Pull Medien usw. bleibt je nach Aufgabenstellung bewusst den Lernenden überlassen. Je nach Ausgangslage können die Lehrenden den Einsatz von Hilfsmitteln bewusst fördern, bzw. deren Anwendung den Lernenden überlassen.Der gezielte Einsatz von Web2.0 Technologien fördern die kooperativen Lernformen. Da es sich bei Webquest um eine Methode und nicht um ein Tool handelt, besteht die Möglichkeit praktisch alle Web2.0 Technologien:

 

a) in Webquest zu integrieren, z.B.

  • Blogs (WordPress usw.)
  • Wikis
  • Dokumentenablagesystemen (Google Docs, Notes Quickr usw.)
  • usw.

zu integrieren.
siehe auch: http://www.questgarden.com/66/37/6/080530203752/index.htm

b) Auch der umgekehrte Fall ist möglich: Webquest als Methode lässt sich in nahezu alle Umgebungen einbinden, z.B.

  • Studip
  • moodle
  • questgarden
  • usw.

Da bei Webquests in der Regel in Gruppen gearbeitet wird, wird der Einsatz der kooperativen Lernformen wesentlich gefördert.Obige Erläuterungen könnten dazu führen, dass das neue Webquest zu einer E-Learning 2.0 Technologie führen könnte.

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