Seminar "Online lernen" Universität Rostock

E-Learning – Die WebQuest-Methode

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Wir haben uns nun über mehrer Tage mit dem Thema WebQuest intensiv auseinander gesetzt, haben uns dabei verschiedene WebQuests im Netz angeschaut… stellvertretend für die Vielzahl an bereits existierenden WebQuests, möchten wir uns im Folgenden auf ein WebQuest beziehen, welches hier nun näher beleuchtet werden soll.       

WebQuest ein Beispiel zum Öffnen hier klicken

Unser Untersuchungsobjekt das „Webquest“ sehen wir als ein Konzept im E-Learning Sektor. In Verbindung mit den neuen Web 2.0 Technologien wird die Rolle des Lehrenden immer stärker in den Bereich der Online-Betreuung verschoben. Nachfolgend betrachten wir die 5-Phasen der Online-Betreuung nach Salmon in Bezug auf Webquest allgemein und auf das von uns gewählte Beispiel.In der Abbildung werden durch den grünen Bereich Webquests im allgemeinen abgehandelt.
Da zur Zeit Webquests im Normalfall als ganz einfache Internetseiten umgesetzt werden, soll die Grafik auch die Möglichkeit beinhalten Webquests in Lernumgebungen einzubinden.Die rechte Seite bildet dagegen die Phasen in Bezug auf das von uns gewählte Webquest „Technischer Jugendschutz im Internet „.
Da WebQuests eine Möglichkeit des E-Learnings sind, muss der Lehrende sicherstellen, das der Lernende auch mit der Umgebung, in der die Webquest bearbeitet wird, umgehen kann. Die beiden ersten Phasen sollen diesen Aspekt der Einführung und Gewöhnung an die neue Lernsituation beschreiben. Ab der 3. Phase beginnt die eigentliche Einbindung der Webquests in das Schema. Die Webquests werden erstellt, bzw. online gestellt. Die Lernenden können dann mit der Bearbeitung beginnen. Während der Wissensbildung und der persönlichen Weiterbildung begleitet der Lehrende der Aufgabe und Situation entsprechend.
     
  

 

Es geht eigentlich auf beiden Seiten um die Phasen des Lernbegleiters. Die linke sollte in allgemeiner Form darstellen wie es WebQuests aussehen könnte.  

Im Folgenden werden wir nun die Fragen, die wir im Fokus unseres Handelns sahen noch einmal aufgreifen:  

Sind WebQuests in der heutigen Form überhaupt eine Web2.0 Technologie und werden sich WebQuests in Zukunft auch für das E-Learning 2.0 Konzept eignen? Hier finden sich einige wichtige Apkte bereit im Ordner „WebQuest & Web 2.0“. Aus unserer Sicht unterstützten WebQuests in der heutigen Form reine Web1.0 Technologien. Natürlich finden sich einige wenige Beispiele im Netz, wie unser Beispiel zeigt.
Man muss sich an dieser Stelle nochmals der Definition von Web2.0 annehmen , die zum Ausdruck bringt, dass die Teilnehmenden in irgend einer Form über das Internet kommunizieren können müssen . Dabei spielt es keine Rolle ob eine synchrone oder asynchrone Kommunikation stattfindet.
  

Sind Webquests auch als Konzept für die Hochschularbeit denkbar und wie wären ggf. die Rahmenbedingungen zu verändern? 

WebQuests in Form eines WebInquiryProjects sind als sehr offen gehaltenes Lernangebot sehr gut für den Hochschulbereich denkbar. Schon im gymnasialen Bereich der Schule kann diese WebQuest-Methode in dieser Form ihren Einsatz finden. So ist das klassische WebQuest im Bereich der Hochschulen eventuell nicht so sehr geeignet, wie die zuvor beschriebene offene Form. Eine Änderung der Rahmenbedingungen beim WebInquiryProject ist somit nicht erforderlich, beim klassischen WebQuest allerdings schon.

Im Bereich der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern sehen wir alle 3 Grade der Ausprägung von WebQuests denkbar. Sowohl enggeführte als auch offene Formen eröffnen hier den Lernnden die gesamte Bandbreite hinsichtlich eines späteren Einsatzes in der Schule bei den Schülerinnen und Schülern.

Sind die Bausteine des Webquest (Thema, Aufgabenstellung, Ressourcen, Prozess, Präsentation und Evaluation) in der hier dargelegten Weise auch für reine E-L Konzepte geeignet oder müssen sie erweitert werden, wenn die Bearbeitung überwiegend im virtuellen Raum stattfindet?   

Generell sollten die Bereiche (aus unserer Sicht) nicht erweitert werden, da sie umfassend genug sind. Ausnahmen könnte man hier beim WebIntruct vornehmen, da hier neben den klassischen Angoten auch spezielle Angebote für die Lernenden hinzu kommen. Nähere Ausführungen hierzu finden sich unter „WebQuest & Web 2.0„. Hier werden die Begriffe WebInstruct, WebQuest und WebInquiryProject näher erklärt.

Kommen Webquests auch als Lernform für eine eher geisteswissenschaftliche Fragestellung in Betracht (wo das Internet mit Blick auf qualifizierte Quellen nur begrenzt herangezogen werden kann)?  

Prinzipiell kann man diese Frage nicht verneinen. Webquests unterstützen nicht nur das Lernen mit digitalen Medien, sondern können auch durch entsprechende Literaturhinweise in Form von Printmedien einbinden, die dann mittels Web-Technologien dem WebQuest wieder zur Verfügung gestellt werden. Hierbei ist in besonderem Maße auf urheberrechtliche Bestimmungen zu achten. (Bsp. Kopie einer Quellenaussage – Einstellen in eine Lernplattform als PDF-Datei) Diese Arbeit ist aufwändig, aber doch der heutigen Situation am Markt (Publikationsweise) geschuldet. Gerade im geisteswissenschaftlichen Bereich werden Arbeiten meist noch in Fachbüchern bzw. Fachzeitschriften publiziert oder sie liegen auf Grund ihres älteren Erscheinungsdatums in dieser Form vor. Bestrebungen, an dieser Tatsache etwas zu verändern (Einstellung von Büchern ins Netz – derzeitige Diskussion um Google), scheitern am Urherberrecht.
Schwierig gestaltet sich dann eben auch die Frage nach der Nutzung nichtdigitaler und digitaler Medien beim kooperativen Lernen innerhalb des WebQuests und der Präsentation der Lernergebnisse. Googeln sich die Lernenden durchs Netz und formulieren anschließend eine Zusammenfassung ihrer Ergebnisse als eigenen Text ohne Angabe ihrer Quellen, gleicht die Kontrolle und das Belegen von Plagiaten einer Sisyphosarbeit. Dieses Problem ist aber nicht neu und hat auch nicht ursächlich etwas mit dem computergestützten Lernen zu tun. Viel problematischer hingegen ist die Tatsache, dass es an wirklich wissenschaftlich qualifizierten Quellen im Netz mangelt (Schwäche bspw. bei Wikipedia), was anscheinend damit zu tun hat, dass die Autoren solcher Texte dem digitalen Medium hinsichtlich der Publikation eher skeptisch und zurückhaltend gegenüberstehen. Erwarten wir die Entwicklung zum E-Learning 2.0 müssen sich auch Verfahrensweisen auf diesem Gebiet ändern, damit es leichter handhabbar und möglich wird.

Welchem Szenario des Online-Lernens ist das Webquest am ehesten zuzuordnen? Webquests stellen sich im E-Learning auch als ein sehr flexibles Konzept dar. Dadurch lassen sich im Hinblick auf jedes der vier Grundszenarien Situationen kreieren die beim Webquest auftreten können. Nach Häufigkeit sortierte Situationen wären z.B.:

  • asynchron / verteilt : Lernende arbeiten zu Hause übers Internet, z.B im Forum, Wiki, Blog
  • synchron / gemeinsam : Präsenzveranstaltung z.B. in der Schule Gruppenarbeit (Computerkabinett)
  • asynchron / gemeinsam : Schüler sitzen im Computerkabinett, arbeiten für ein Gesamtprojekt teilaufgaben aus
  • synchron / verteilt : Lernende und Lehrende kommunizieren via Telefon- Skypekonferenz, Chat

Nach Bernie Dodge werden Webquests nach der Bearbeitungszeit differenziert. Hierfür ergeben sich 2 unterschiedliche Kategorien . Kleine Webquests, die schon in wenigen Unterrichtsstunden abgearbeitet werden können, und Große WebQuests die auf einen langen Zeitraum ausgerichtet sind. Kerres hat mit Berücksichtigung der Taktung von Lernmaterialien, sowie der Kommunikation und Kooperation drei unterschiedliche Szenarien entwickelt.

  • Offenes Online-Lernen
  • Betreutes Online-Lernen
  • Tele-Teaching 

Betrachten wir diese drei Formen, findet man die Webquest vorwiegend im offenen und betreuten Online-Lernen wieder. Wobei die kleinen Webquests eher dem offenen Online-Lernen entsprechend Vorteile aufweisen und die Großen Webquests im betreuten Online-Lernen.    

Ausblick

Greifen wir die Idee des geführten Lernprozesses noch einmal auf und gestalten mittels geeigneter Publikationswerkzeuge (Weblogs)Webintruct und Webquest als Methode so, das auch Web 2.0 Anwendungen, wie Wiki, Forum, Umfragen, Podcasts uvm. in die Oberfläche des Webquests eingebunden werden. Auch die Einbindung eines Webquests in eine bestehende Lernplattform wäre hier denkbar. Gestalten wir die Webquests so, dass auch Lernende, die auf Grund von persönlichen Einschränkungen und Beeinträchtigungen keine komplexeren Texte erfassen können. Bieten wir die Möglichkeiten über andere Kommunikationmedien in einen Austausch zu kommen.

Webquest in der üblichen, weitverbreiteten Form könnte als reines Web1.0 Konzept betrachtet werden. Durch das Einbinden von Web2.0 Technologien direkt oder als Auftrag an die Gruppenteilnehmenden, wie z.B. Google Docs, vergleiche Printscreen (questgarden) oben, könnte ein erster Schritt in die Richtung e-Learning 2.0 gemacht werden. 

Bieten wir zudem dem Lernenden auch die Möglichkeit handlungsorientierte Lernschritte zu vollziehen (Bastelanleitungen im Netz, Modelle ausdrucken, schneiden, kleben, zusammenfügen usw.) Das zeitgemäße Webquest muss mehr können und kann mehr. Vielleicht ist es WebIQ.
Den Begriff WebIQ gibt es noch gar nicht… er ist nur so ein Gedanke … wir könnten es auch Webquest 2.0 nennen…  
   

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